18.05.2025
Apple reagiert auf regulatorischen Druck aus Brüssel: Künftig sollen Nutzerinnen und Nutzer in der Europäischen Union ihren bevorzugten Sprachassistenten als Standard auf iPhone, iPad und Mac festlegen können – eine bedeutende Abkehr vom bisher fest integrierten Siri-Ökosystem.
Wie Bloomberg-Journalist Mark Gurman berichtet, arbeitet Apple an einer systemweiten Neuerung, mit der Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant als Standard definiert werden können. Die Änderung betrifft demnach mehrere Plattformen – mindestens iOS, iPadOS und macOS.
EU-Druck zeigt Wirkung:
Der Schritt erfolgt im Kontext des EU-Gesetzes über digitale Märkte (DMA), das große Plattformbetreiber zu mehr Interoperabilität und Auswahlfreiheit zwingt. Bereits zuvor musste Apple EU-Bürgern erlauben, Standard-Apps für Browser, Nachrichten oder Navigation frei zu wählen. Die Erweiterung auf Sprachassistenten ist daher ein logischer, regulatorisch erzwungener nächster Schritt.
Implikationen:
Diese Entscheidung könnte die Rolle von Siri langfristig fundamental verändern. Apple verliert damit ein Stück weit die Kontrolle über die Sprachschnittstelle seiner Geräte – ein Bereich, den der Konzern seit über einem Jahrzehnt exklusiv kontrolliert. Für Drittanbieter wie Amazon und Google öffnet sich damit ein strategisch wertvolles Einfallstor auf Millionen Apple-Geräten im europäischen Markt.
Fazit:
Nach Jahren des geschlossenen Systems öffnet Apple unter politischem Druck erstmals die Sprachassistenz-Schnittstelle. Für technikaffine EU-Nutzer ist das ein wichtiger Schritt in Richtung echter Wahlfreiheit – für Apple jedoch ein deutliches Signal, dass das Zeitalter der Plattformmonopole regulatorisch gebrochen wird. Ob Siri im offenen Wettbewerb bestehen kann, bleibt abzuwarten – die Karten werden neu gemischt.
12.01.2026
12.01.2026